Michail Kasanjuk

Michail musste auf der Zeche Kaiserstuhl Zwangsarbeit leisten. Er war 22 Jahre alt als er im Bombenhagel in Dortmund starb.

Michael wurde am 8. Oktober 1921 in Dorf Timanowka bei Kiew geboren. Nach seiner Schulzeit machte er eine Ausbildung zum Schlosser. Am 17. April 1941 wurde er zum Militärdienst nach Batumi in Georgien, das damals zur Sowjetunion gehörte, einberufen. Der Angriff Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 gab auch seinem Leben eine tragische Wende.

Schon im August 1941 geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft. Zunächst kam er in ein frontnahes Lager (Frontstalag) 333 in Ostrow-Mazowiecka in Polen und im September 1941 in das Mannschaftsstammlager (Stalag) 310 (XI C) nach Bergen-Belsen in Niedersachsen.

Er wurde unter der Erkennungsmarke-Nr. 13982 registriert und leistete Zwangsarbeit in Bau Bataillon 151 bei Altengrabow im heutigen Sachsen-Anhalt.  Im Dezember 1942 brachte man Michail in das Stalag VI A im sauerländischen Hemer und von dort sofort in das Arbeitskommando 607R Zeche Kaiserstuhl in Dortmund.

Die Zeche Kaiserstuhl war damals in Besitz von Hoesch. Auf den Zechen des Ruhrgebiets herrschte, durch die Einberufung junger Bergleute zur Wehrmacht, Arbeitskräftemangel, der durch den Einsatz von sowjetischen Kriegsgefangenen behoben werden sollte.

Tod im Arbeitskommando

In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai 1943 erlebte Dortmund einen schweren Bombenangriff. Getroffen wurde die Nordstadt, die Westfalenhütte und die Zeche Kaiserstuhl I und II. Bei diesem Bombenangriff Michail starb zusammen mit 193 weiteren  Kriegsgefangenen des Arbeitskommandos 607R. Dem Bombenhagel waren die Männer schutzlos ausgesetzt. Sie durften keine Schutzräume aufsuchen. In das Sterbebuch für „Russische Kriegsgefangene“, das die Stadt Dortmund führte, wurden die 194 Getöteten nicht eintragen. Ihr Tod wurde von der Wehrmacht, der sie unterstanden, an die Wehrmachtsauskunftstelle gemeldet.

Die sterblichen Überreste der 194 getöteten sowjetischen Kriegsgefangenen wurden auf Feld 4 des Internationalen Friedhofs ohne Nennung der Namen begraben.  Michael war einer von ihnen.