Sinaida starb am 8. März 1945 im Bombenhagel. Sie war Ostarbeiterinnen und stammte aus Kertsch, einer Stadt auf der gleichnamigen Halbinsel Kertsch, die den östlichsten Teil der Krim bildet. Wann sie nach Dortmund kam, wissen wir nicht.
Schlechte Verpflegung und wenig Lohn
Über als 2.000.000 Menschen aus der Sowjetunion wurden ab 1941 zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt. Mehr als die Hälfte von ihnen waren junge Frauen. Gemäß Ostarbeitererlass sollten sie eine schlechtere Verpflegung und weniger Lohn erhalten als deutsche Arbeiter und Arbeiterinnen und als alle anderen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen. Ihnen war verboten den Arbeitsplatz zu verlassen. Sie durften weder Geld und Wertgegenstände noch Fahrräder und Feuerzeuge besitzen. Zudem mussten sie ein diskriminierendes Abzeichen mit der Aufschrift „OST“ gut sichtbar tragen.
Die sowjetischen Zivilarbeiter und Zivilarbeiterinnen wurden bei den Gemeinden und Städten angemeldet und auch ihr Tod wurde dort in die Standesregister eingetragen, daher haben wir eine Sterbeurkunde, die Sinaidas Tod beurkundet.

Die zumeist jungen Menschen, Jugendliche und junge Frauen wussten in Rüstungsbetrieben, Stahlwerken, auf Zechen aber auch in landwirtschaftlichen, kommunalen und kirchlichen Betrieben, in Handwerksbetrieben oder in Haushalten arbeiten. Ihre Anwesenheit und ihre Lebenssituation waren für die deutsche Bevölkerung immer sichtbar. Sinaida musste auf der Zeche Westhausen I Zwangsarbeit leisten.
Kein Zugang zu Schutzräumen
Anfang März 1945 war der Krieg nach Deutschland zurückgekehrt. Die Alliierten starteten im Westen die Luftoffensive „Interdiction of the Ruhr“ (Abriegelung der Ruhr). Der Kampf um das Ruhrgebiet hatte begonnen. Die Städte des Ruhrgebiets, des Rheinlands und Westfalens erlebten schwere Luftangriffe. Essen, Dortmund, Hagen und Witten wurden völlig zerstört. Immer noch war es sowjetischen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen nicht erlaubt bei Fliegerangriffen Bunker und Schutzräume aufzusuchen. Sie waren den Luftangriffen schutzlos ausgesetzt.
Als Sinaida Bakumenko im Bombenhagel starb, war sie 23 Jahre alt. Sie wurde auf dem Internationalen Friedhof auf Feld 13 begraben.